Deutschland ist der „Hauptleidtragende” von Chinas Dominanz
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Während Trump in Peking über die Zukunft der Weltwirtschaft verhandelt, bedrängen Chinas Exporte Europa. Eine US-Untersuchung warnt: Deutschland ist der „Hauptleidtragende” der chinesischen Dominanz.
China ist für Europa und gerade für Deutschland ein entscheidender Partner. Während deutsche Unternehmen die Volksrepublik lange Zeit als Absatzmarkt nutzten, hat sich das Kräfteverhältnis mittlerweile gedreht. Ein Bericht der Beratungsfirma Rhodium Group für die US-Handelskammer unterstreicht diese Entwicklung nun eindringlich.
Laut der Studie wächst Chinas Dominanz gerade im verarbeitenden Gewerbe, also zum Beispiel im Maschinenbau, der Autobranche und der Chemieindustrie. Mit subventionierten Preisen würde Peking seine Produkte weltweit billig verkaufen – gerade auf Kosten Deutschlands. Die Bundesrepublik sei die „Hauptleidtragende“, so der Bericht: „Die deutsche Exportleistung, seit Langem ein Gradmesser für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas, verschlechtert sich in allen Schlüsselmärkten.“
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Auch über Deutschland hinaus hat Chinas Aufstieg Konsequenzen. Die Rhodium Group schreibt: „Die fortgeschrittenen Industrieländer sehen sich dem Risiko einer anhaltenden Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit im verarbeitenden Gewerbe gegenüber.“ Allein bis 2030 könnten sich in diesem Bereich Marktanteile im Wert von 650 Milliarden Euro nach China verschieben.
Die Folgen so einer Transformation konnte die Welt schon einmal beobachten: Im ersten „China-Schock“ wanderten große Teile der US-Industrie in die Volksrepublik ab. Für den „Rust Belt“, die ehemalige Industrieregion der USA, hatte das Konsequenzen. Gut bezahlte Arbeitsplätze gingen ins Ausland, stattdessen kamen Kriminalität, Verfall und Suchtprobleme. Laut dem Bericht kann ein ähnliches Schicksal auch Europa treffen: „Auf Dauer droht dieser Trend, eine Aushöhlung der industriellen Kernregionen zur Folge zu haben, ähnlich wie er in Teilen des US-amerikanischen Rust Belt zu beobachten war.“
Noch kann der Abstieg verhindert werden – das „Zeitfenster für wirksame politische Maßnahmen“ werde aber laut dem Bericht immer kleiner. Inwieweit sich die westlichen Industrienationen mit Chinas Aufstieg arrangieren können, hängt auch von ihrer Geschlossenheit ab – und damit auch vom Chinabesuch von Donald Trump.
Beobachter und Analysten sind sich einig: Sollte Trump bei seinem China-Besuch einseitig einen Deal mit Peking schließen, sich zum Beispiel auf Kosten der Europäer Zugang zu Chinas seltenen Erden verschaffen, würde das Europas Industrie weiter belasten. Trotz der prominenten Wirtschaftsdelegation sind die Erwartungen für das Treffen aber ambivalent: Viele erwarten, dass China Trump nur oberflächlich entgegenkommen wird, ohne die eigene Handelsstrategie wirklich zu verändern.
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